Businessplan für einen Lieferdienst: So gelingt die Gründung

Essen, Medikamente, Backwaren – heutzutage gibt es kaum ein Produkt, das nicht bequem nach Hause geliefert wird. Lieferdienste sind jedoch keine Erfindung der Neuzeit. Sie fanden ihren Anfang vor vielen Jahrzehnten, als die Bauern ihre frische Milch vor die Haustüren der Kundinnen und Kunden stellten. Daraus entwickelte sich der klassische Essenslieferdienst, der sich zunächst auf ältere Menschen fokussierte. Mittlerweile gibt es eine Fülle an Anbietern aus den Bereichen Essen, Gesundheit und Lifestyle, die Zielgruppen jeden Alters bedienen.

Die mit der Corona-Pandemie einhergehenden Zugangsbeschränkungen verhalfen diesem Geschäftsmodell zu einem spürbaren Aufschwung. Wer sich den Gang in ein stationäres Geschäft zum Schutz der Gesundheit oder aus Gründen der Bequemlichkeit ersparen wollte, bestellte das gewünschte Produkt kurzerhand über das Internet. Eine anhaltende Veränderung des Konsumverhaltens, die ambitionierten Gründerinnen und Gründern ein profitables Geschäftsfeld bietet. Wir erläutern, was bei der Gründung eines Lieferservice zu beachten ist und welche Rolle der Businessplan für den Unternehmenserfolg spielt.

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Lieferdienst gründen – erste Schritte in Richtung Selbstständigkeit

Zurzeit herrschen optimale Rahmenbedingungen, um einen Lieferservice zu gründen. Die Menschen stehen neuen Konzepten offen gegenüber. Gleichzeitig vereinfachen hochmoderne IT-Lösungen die logistische Abwicklung. Vor dem Start ist es jedoch wichtig, eine grundlegende Frage zu klären: Welche Art von Lieferdienst möchten Sie gründen? Dies bezieht sich zunächst nicht auf das Sortiment, sondern vielmehr auf die Unternehmensform.

 

Es gibt drei Formen von Lieferdiensten:

  1. Eigenständig
  2. Als Erweiterung zu einem bestehenden Geschäft
  3. Per Franchise-System

 

Bei der eigenständigen Variante liefern Sie das bestellte Produkt vom Restaurant beziehungsweise Hersteller zu den Endkunden. Sie fungieren quasi als unabhängiger Kurier. Die Gründung eines Lieferdienstes ist auch als Ergänzung möglich, sofern Sie bereits ein stationäres Geschäft betreiben. Nicht zuletzt bieten Franchise-Systeme angehenden Gründerinnen und Gründern attraktive Möglichkeiten, in die Branche einzusteigen.

Für welche Form Sie sich entscheiden, ist Ihnen überlassen. Bedenken Sie jedoch, dass sich Ihre Entscheidung auf den Kapitalbedarf Ihres Start-ups auswirkt. Ein eigener Lieferservice mit Ihnen als Fahrerin beziehungsweise Fahrer benötigt wenig Startkapital. Franchisegeber hingegen verlangen von ihren Partnern einen bestimmten Anteil an Eigenkapital, sodass diese Form in der Gründungsphase höhere Kosten verursacht.

 

Der Businessplan für Ihren Lieferservice als wichtiger Erfolgsfaktor

Trotz der guten Ausgangslage in der Lieferbranche sollten Sie bei der Gründung Ihres Unternehmens mit Bedacht vorgehen. Indem Sie einen detaillierten Businessplan erstellen, legen Sie ein sicheres Fundament für Ihr Vorhaben. Ziel ist, Ihr Geschäftskonzept aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und relevante Einflussfaktoren zu analysieren. Dies ermöglicht Ihnen, die Erfolgschancen Ihres Lieferservice möglichst realistisch einzuschätzen. In den ersten Monaten nach der Gründung unterliegen neue Unternehmen starken Schwankungen. Aus diesem Grund sollte Ihr Geschäftsplan eine Zeitspanne von drei bis fünf Jahren abdecken.

Zugegeben, in der hart umkämpften Lieferbranche ist die Businessplanerstellung aufwendig. Zahlreiche Mitbewerber müssen identifiziert und bezüglich ihrer Marktmacht bewertet werden. Hinzu kommt die Entwicklung eines ganzheitlichen Marketingkonzepts sowie die Auflistung aller fixen und variablen Kosten. Doch die Mühe lohnt sich: Ein Businessplan bewahrt Sie vor finanziellen Fehltritten, dient als Planungshilfe und erleichtert Ihnen den Zugang zu Krediten, Darlehen und Fördergeldern.

 

Aufbau und Inhalt des Geschäftsplans

Bei der schriftlichen Ausarbeitung Ihres Konzepts beschäftigen Sie sich eingehend mit allen Faktoren, die Einfluss auf Ihr Start-up nehmen. Dies bezieht sich sowohl auf den internen als auch auf den externen Bereich. Als Basis dienen gründlich recherchierte Daten, die Sie in einen Text- und einen Zahlenteil übertragen. Als Ergänzung entwickeln Sie Erfolgsstrategien, mit deren Hilfe Sie die Einflussfaktoren zu Ihren Gunsten steuern können.

 

Wichtige Themenpunkte:

  • Ihr Angebot

Zunächst sollten Sie erörtern, welches Produkt Sie ausliefern möchten. Tipp: Bedienen Sie eine Nische, anstatt Ihr Sortiment allzu breit auszurichten. Auf diese Weise schöpfen Sie ein bisher unberührtes Marktpotenzial aus. Überlegen Sie sich auch, wie Ihr Abrechnungsmodell aussehen soll. Neben einzelnen Zahlungen haben sich Abonnements für wiederholte Lieferungen in dieser Branche etabliert.

 

  • Ihre Kundschaft

Definieren Sie, welche Zielgruppe Sie mit Ihrem Lieferservice ansprechen möchten. Dies hängt unmittelbar mit dem von Ihnen angebotenen Produkten zusammen. Untersuchen Sie, welche Erwartungen, Wünsche und Bedürfnisse Ihre potenziellen Kundinnen und Kunden haben. Legen Sie zudem fest, über welche Kanäle (Social Media, Zeitung, Radio) Sie zu ihnen vordringen möchten.

 

  • Die Mitbewerber

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Lieferdienste stark angestiegen. Vor allem in größeren Städten herrscht ein harter Konkurrenzkampf. Identifizieren Sie die Anbieter mit dem größten Marktanteil und beschreiben Sie, wie Sie sich gegen Ihre Mitbewerber durchsetzen können. Oft ergeben sich geografische „Lücken“, die bisher von keinem Lieferservice abgedeckt werden. Ein perfekter Einstieg, um mit Ihrem Unternehmen Fuß zu fassen.

 

  • Der Standort

Auch dieser Punkt hängt eng mit der Form Ihres Start-ups zusammen. Für einen kleinen Lieferdienst mit Ihnen als Fahrerin beziehungsweise Fahrer ist ein kleiner Büroraum als Unternehmenssitz ausreichend. Falls Sie mit einer größeren Flotte beginnen möchten, sollten Sie hingegen über einen ausreichend großen Parkplatz verfügen. Als Franchisenehmer hingegen gibt Ihnen die Zentrale die Bedingungen für die Standortsuche vor. Je nach Unternehmensform entstehen somit unterschiedlich hohe Mietkosten, die im Finanzplan zu Buche schlagen.

 

  • Marketing

Sofern Sie Ihr bestehendes Geschäft lediglich um einen Lieferservice erweitern, ist ein umfangreiches Marketingkonzept bereits vorhanden. Anders ist es bei einem eigenständigen Lieferservice ohne eigene Herstellung. Bei dieser Unternehmensform müssen Sie nicht nur die Endkunden, sondern auch die Restaurants beziehungsweise Geschäfte von Ihrem Konzept überzeugen. Als Franchisenehmer entfällt die Entwicklung einer eigenen Marketingstrategie, da dies durch die Zentrale übernommen wird. Berücksichtigen Sie jedoch, dass Ihnen dieser Service in Rechnung gestellt wird.

 

  • Kosten und Einnahmen

Fassen Sie diese Daten in Form eines Finanzplans zusammen. Geben Sie den Kapitalbedarf für die Gründung sowie die laufenden Kosten an. Stellen Sie diese den voraussichtlichen Einnahmen gegenüber, die Sie renommierten Quellen (z. B. dem Branchenverband) entnehmen. Anschließend berechnen Sie betriebswirtschaftliche Kennzahlen, um die Fülle an Daten übersichtlich darzustellen.

 

Die Zukunftsaussichten Ihres Start-ups

Ein Ende des Lieferbooms ist momentan nicht in Sicht. Seien Sie sich dennoch bewusst, dass nicht alle neuen Unternehmen den Übergang zur Normalität nach dem Ende der Corona-Pandemie überstehen werden. Mithilfe Ihres Businessplans erkennen Sie die Veränderung auf dem Markt frühzeitig und können Ihr Angebot entsprechend anpassen. Durch den Abgleich der Soll-Zahlen mit dem Status quo entdecken Sie Fehlentwicklungen, bevor sie für Ihr Start-up gefährlich werden. Bleiben Sie flexibel und anpassungsfähig, um langfristig mit Ihrem Lieferservice erfolgreich zu sein.

 

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