Der Inhalt des Businessplans: Hintergründe und Tipps für den perfekten Plan

Bevor sich die Türen öffnen und die ersten Einnahmen fließen, steht für Gründerinnen und Gründer die Businessplanerstellung an. Bei Finanzierungen durch Investoren- und Fördergelder ist der Geschäftsplan oft das Zünglein an der Waage. Gleichzeitig dient er als Planungshilfe in den ersten drei bis fünf Jahren nach Eröffnung. Obwohl keine Gründung der anderen gleicht, sind die inhaltlichen Schwerpunkte stets dieselben. Grund genug, sich mit ihnen vertraut zu machen.

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Wer muss einen Businessplan schreiben?

Die schriftliche Ausarbeitung der Geschäftsidee lohnt sich für alle, die sich mit ihrem eigenen Unternehmen, Laden oder ihrer Praxis selbständig machen möchten. Obwohl keine rechtliche Pflicht besteht, ist die Businessplanerstellung äußerst empfehlenswert. Ziel ist, eine erste grobe Idee in ein tragfähiges Konzept zu überführen. Dies erfordert gründliche Vorbereitung und umfangreiche Recherche, denn der Plan basiert auf seriösen Daten und Vergleichswerten. Nur so kann er einen Ausblick auf den voraussichtlichen Geschäftsverlauf in den ersten drei bis fünf Jahren nach der Gründung geben.

 

Diese Fragen sollte ein fundierter Businessplan beantworten:

  1. Was wird gegründet?
  2. An wen richtet sich das Angebot?
  3. Besteht eine Nachfrage nach dem Angebot?
  4. Wie steht es um den Markt und die Konkurrenz?
  5. Ist das Vorhaben wirtschaftlich und organisatorisch machbar?
  6. Wie viel Kapital wird pro Phase benötigt?
  7. Wann fließen die ersten Gewinne?

 

Statt diese Fragen in einer FAQ-Liste nacheinander zu beantworten, werden sie in einem zehn bis dreißig Seiten langen Dokument systematisch behandelt. Dies erfolgt in mehreren Kapiteln, die je einen Themenschwerpunkt behandeln. Am Ende entsteht ein Schriftstück, das der Gründerperson in der Anfangsphase als Planungshilfe dient.

Auch aus finanzieller Sicht sind der Businessplan und sein Inhalt entscheidend. Bei Erstgründungen liegt das benötigte Kapital nur selten vor. Um Investoren- und Fördergelder zu erhalten, ist die Erstellung eines Geschäftsplans unverzichtbar. Er gibt den Geldgebern die Sicherheit, dass das Vorhaben realistisch ist und ihr Geld im vereinbarten Zeitraum inklusive Zinsen zurückfließt.

 

Die inhaltlichen Schwerpunkte des Businessplans im Detail

Ein Blick auf Muster-Geschäftspläne im Internet zeigt, wie unterschiedlich der Aufbau gestaltet sein kann. Auffällig ist jedoch, dass der Inhalt sich trotz veränderlicher Reihenfolge gleicht. Im Folgenden erfahren Sie, welche Themen Sie in Ihrem Plan unbedingt behandeln sollten. Vor allem, wenn Sie Fremdkapital für die Gründung in Anspruch nehmen möchten. Wie Sie diese ordnen, ist Ihnen überlassen.

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1. Einleitende Worte

Dieser Abschnitt baut auf den folgenden Teilen auf – schreiben Sie ihn daher zuletzt. In der Zusammenfassung – oft auch als Executive Summary bezeichnet – geben Sie den Leserinnen und Lesern einen Ausblick auf die kommenden Themenpunkte. Eine DIN-A4-Seite ist für diesen Gliederungspunkt ausreichend. Stimmen Sie die Länge auf die Seitenanzahl Ihres Businessplans ab und stellen Sie sicher, dass Sie jedes Kapitel kurz anreißen.

Zweck:

Die Zusammenfassung zu Beginn des Dokuments verdeutlicht den Adressaten, was sie im restlichen Schriftstück erwartet. Ist sie nicht überzeugend, wird der Businessplan ungelesen zu den Akten gelegt – viele Finanzierungen scheitern allein an einer uninspirierten Einleitung.

 

2.Die Idee im Mittelpunkt

In diesem Gliederungspunkt dreht sich alles um Ihre Geschäftsidee. Orientieren Sie sich an den W-Fragen (was, wie, wann, wo und an wen), um Ihr Vorhaben zu verdeutlichen. An dieser Stelle ist es sinnvoll, auf das Alleinstellungsmerkmal Ihres zukünftigen Unternehmens einzugehen. Ziel ist, die Leserschaft für Ihre Idee zu begeistern.

Zweck:

Für externe Adressaten ist oft schon an dieser Stelle erkennbar, ob die nötigen Kenntnisse und das erforderliche Engagement für eine erfolgreiche Gründung vorhanden sind. Wichtig für angehende Selbstständige ist, die Einzigartigkeit der Idee herauszustellen.

 

3. Sie und Ihr Team

An dieser Stelle gehen Sie auf Ihre Motivation als Gründerperson ein. Zudem beschreiben Sie, ob Sie die Gründung allein oder im Team durchführen. Ist mehr als eine Person beteiligt, sollten Sie jede einzelne kurz vorstellen. Zu erwähnen sind Ihre beruflichen Vorkenntnisse und Ihre persönlichen Stärken und Verbesserungspotenziale.

Zweck:

Nicht jede Branche ist für Quereinsteiger geeignet. Fehlen berufliche Erfahrungen in dem Gründungsbereich, stehen die Chancen für langfristigen Erfolg tendenziell schlecht. Die gute Nachricht: Wer zumindest betriebswirtschaftliche Kenntnisse vorweisen kann, muss nicht zwingend eine Ausbildung in der angestrebten Sparte besitzen.

 

4. Ihre Zielgruppe im Spotlight

Dieses Kapitel ist Ihrer zukünftigen Kundschaft gewidmet. Zunächst definieren Sie Ihre Zielgruppe anhand von Alter, soziale Schicht, Interessen und Lebenseinstellung. In einem zweiten Schritt beschreiben Sie, wie Sie zu der angepeilten Personengruppe durchdringen können. Besteht Ihr Sortiment aus sehr unterschiedlichen Produktsparten, sollten Sie pro Sparte eine gesonderte Zielgruppenanalyse durchführen.

Zweck:

Das Wissen um die Zielgruppe ist entscheidend, um wirksame Marketingmaßnahmen zu entwickeln. Oft werden an dieser Stelle Diskrepanzen zwischen dem angepeilten Kundensegment, dem Standort und/oder dem Angebot deutlich. Beheben Sie diese, bevor Sie den Plan externen Adressaten vorlegen.

 

5. Der Markt und Ihre größten Konkurrenten

Eine umfangreiche Markt- und Wettbewerbsanalyse ist essenziell für Neugründungen. Hierfür stehen Ihnen Branchenverzeichnisse, Handelsregister und offizielle Statistiken zur Verfügung. Persönliche Recherche vor Ort ist ebenfalls empfehlenswert. Im Anschluss beschreiben Sie, wie Sie sich erfolgreich auf dem Markt positionieren und gegen die Konkurrenz durchsetzen können.

Zweck:

Hart umkämpfte Branchen lassen nur wenig Platz für neue Anbieter. Seine Umgebung zu kennen und richtig einzuschätzen, ist für angehende Selbständige unerlässlich. In Ihrem Feld herrscht starker Konkurrenzkampf? Betonen Sie in diesem Fall das Alleinstellungsmerkmal Ihres Unternehmens, um die Geldgeber dennoch von Ihrem Konzept zu überzeugen.

 

6. Die Marketing- und Vertriebsmethoden

Eine durchdachte Strategie für die Kundengewinnung und -bindung ist wichtig, um konstante Umsätze zu verzeichnen. In der ersten Zeit nach der Gründung schlagen die Kosten für das Marketing besonders zu Buche. Umso wichtiger, dass diese effizient sind und mit der Vertriebsstrategie harmonieren.

Zweck:

Ihre Zielgruppe ist 18 bis 35 Jahre alt, aber der Schwerpunkt Ihres Marketings liegt auf der Anzeigenschaltung in lokalen Tageszeitungen? Profis erkennen sofort, dass dies nicht zusammenpasst. Stellen Sie sicher, dass der gesamte Businessplan samt Inhalt schlüssig ist.

 

7. Stärken, Schwächen, Chancen, Herausforderungen

Dieser Abschnitt beinhaltet die sogenannte SWOT-Analyse, die aus dem klassischen Marketing stammt. Nennen Sie die Schwächen Ihres Unternehmens sowie die Herausforderungen auf dem Markt. Stellen Sie diese Ihren Stärken und Chancen gegenüber, um Lösungsstrategien zu entwickeln.

Zweck:

Externe Leserinnen und Leser – wie Investoren und das Personal von Förderstellen – erkennen in diesem Abschnitt, ob Sie die Qualitäten einer Gründerperson besitzen. Die Schwächen und Herausforderungen kleinzureden, wirkt naiv und leichtsinnig. Schreiben Sie daher realistisch, aber zuversichtlich.

 

8. Zahlen, Daten und Fakten

Der Finanzplan stellt den finalen Teil Ihres Businessplans dar. Aufgrund seiner zentralen Bedeutung wird er auch als Herzstück des Geschäftsplans bezeichnet. In diesem Abschnitt nutzen Sie die recherchierten Daten, um den Kapitalbedarf sowie Liquiditäts- und Rentabilitätskennzahlen zu berechnen. Typisch ist die Ermittlung des Deckungsbeitrags und des Break-Even-Points.

Zweck:

Für Fremdkapitalgeber ist dieser Teil Ihres Businessplans der wichtigste Inhalt. Er gibt Aufschluss, ob Ihr Vorhaben wirtschaftlich ist und wann die Investitionsgelder samt Rendite zurückfließen. Der wichtigste Tipp somit zum Schluss: Stellen Sie sicher, dass Ihre Kennzahlen mathematisch korrekt und relevant für Ihr individuelles Vorhaben sind.

 

Treffen Sie den richtigen Ton

Sie kennen nun die Gliederung und wissen, welche inhaltlichen Schwerpunkte im Businessplan vorkommen sollten. Nun gilt es, die richtige Form anzuwenden. Verwenden Sie einen sachlichen Schreibstil, ohne zu hölzern zu klingen. Lockern Sie längere Textblöcke mit stilistischen Mitteln – wie Bulletpoints – auf. Ob Sie in der ersten oder dritten Person schreiben, dürfen Sie frei entscheiden. Um Ihrem Businessplan die nötige Seriosität zu verleihen, sollten Sie Fehler in puncto Rechtschreibung, Grammatik und Syntax vermeiden.

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