Businessplan für Spedition und Transportunternehmen: Dies sollten Sie beachten

Ein Businessplan für eine Spedition ist ein erster wichtiger Schritt, wenn Sie in die lukrative Branche einsteigen möchten. Der Güterverkehr in Deutschland nimmt stetig zu. Entsprechend groß ist die Nachfrage der Industrie, des Handels und anderen Wirtschaftsbereichen nach zuverlässigen Transportdienstleistern. Das profitable Speditionswesen lockt zahlreiche Existenzgründer an. Umso wichtiger, gut vorbereitet in die Selbständigkeit als Spediteur oder Transportunternehmer zu gehen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Voraussetzungen Sie für die Gründung Ihrer eigenen Spedition erfüllen müssen. Zudem erhalten Sie wertvolle Tipps für die Businessplanerstellung, damit Sie Ihr Unternehmen von Anfang an auf Erfolg ausrichten können.

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Was braucht man, um eine Spedition zu gründen?

Für die Gründung Ihrer eigenen Spedition müssen Sie eine Güterkraftverkehrserlaubnis vorweisen können. Eine Ausnahme besteht, wenn Sie ausschließlich die Organisation der Transporte übernehmen möchten und die Beförderung der Güter nicht selbst durchführen. In der Praxis ist eine Kombination der zwei Dienstleistungen jedoch üblich und sinnvoll, sodass diese Ausnahme auf Sie im Normalfall nicht zutreffen wird.

Sie können die Güterkraftverkehrserlaubnis bei der Stadt beziehungsweise beim Kreis beantragen. Um Sie zu erhalten, müssen Sie die folgenden drei Voraussetzungen erfüllen.

  1. Nachweis der Fachkundeprüfung der IHK (oder zehn Jahre Berufserfahrung im Güterverkehr, eine Ausbildung im Speditions- oder Güterverkehrswesen oder bestimmte Bachelor-Abschlüsse).
  2. Finanzielle Absicherung Ihrer Fahrzeuge (Bescheinigung durch Ihre Bank oder Ihren Steuerberater).
  3. Persönliche Zuverlässigkeit (u. a. makelloses polizeiliches Führungszeugnis).

 

Mit der Güterverkehrserlaubnis in der Hand, sollten Sie sich in einem weiteren Schritt um die notwendigen Versicherungen kümmern. Diese schützen Sie im Falle von Güterverspätungen und -beschädigungen vor hohen Schadensforderungen. Zudem ist der Abschluss bestimmter Versicherungen bei der Gründung eines Speditions- beziehungsweise Transportunternehmens vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Ebenso wichtig ist eine Anmeldung Ihres Gewerbes beim zuständigen Gewerbeamt.

 

Businessplan für ein Speditionsunternehmen schreiben – der Inhalt

Der Umfang des Geschäftsplans für die Gründung Ihres Speditionsunternehmens hängt von der Komplexität Ihres Vorhabens ab. Dennoch gibt es bestimmte inhaltliche Schwerpunkte, die in jedem Businessplan enthalten sein sollten – unabhängig von der Größe des zukünftigen Unternehmens.

Im Folgenden erhalten Sie eine beispielhafte Gliederung, an der Sie sich für die Businessplanerstellung orientieren können. Wichtig: Passen Sie den Inhalt an Ihr individuelles Konzept an.

 

1. Zusammenfassung

Sie wird auch als Executive Summary bezeichnet und dient dazu, den Lesern einen Ausblick auf den Inhalt Ihres Businessplans zu geben. Reißen Sie alle wesentlichen Themen der folgenden Kapitel an. Ziel ist, die Adressaten zum Weiterlesen zu animieren. Dies ist entscheidend, denn Banken und Förderinstitute erhalten jeden Tag Dutzende Businesspläne. Mit einer ansprechenden Einleitung stechen Sie positiv aus der Masse heraus.

 

2. Ihre Geschäftsidee

Im zweiten Abschnitt des Businessplans für Ihr Speditionsunternehmen gehen Sie auf die Grundpfeiler Ihres Konzepts ein. Im Sinne der Übersichtlichkeit sollten Sie diesen Gliederungspunkt in mehrere Unterpunkte aufteilen.

 

Angebot

 Möchten Sie rein organisatorische Speditionsdienstleistungen anbieten oder auch selbständig Gütertransporte mit einem eigenen Fuhrpark durchführen? Beschreiben Sie, was das Besondere an Ihrem Angebot ist und welchen Nutzen Sie Ihrer Kundschaft bieten. Erläutern Sie in diesem Zusammenhang auch Ihre Preisstrategie.

 

Zielgruppe

Stückgut, Schüttgut, Kurierdienstleistungen – in welchem Bereich der Transportbranche möchten Sie tätig werden? Führen Sie eine Zielgruppenanalyse durch, um Ihr Angebot passgenau auf die Bedürfnisse und Ansprüche Ihrer potenziellen Kunden zuschneiden zu können.

 

Standort

Die Wahl des Standorts Ihrer Spedition bestimmt, mit welcher Auftragslage zu rechnen ist. Im Idealfall befindet sich Ihr Unternehmenssitz an einem Ort, von dem aus Sie umliegende Ballungsgebiete gut erreichen. Im Transportwesen schwankt die Anzahl lukrativer Frachtaufträge von Region zu Region. Umso wichtiger ist es, eine detaillierte Standortanalyse durchzuführen.

 

Organisation

Aus dem Businessplan für Ihr Transportunternehmen sollte hervorgehen, für welche Unternehmensform Sie sich entschieden haben. Wichtig: Dies wirkt sich auf Ihre Haftung, die erforderliche Mindesteinlage zum Zeitpunkt der Gründung und Ihre Meldepflicht aus.

 

Personal

Sofern Sie eigene Gütertransporte anbieten möchten, benötigen Sie Mitarbeiter. Die Personalkosten stellen in vielen Betrieben den größten Kostenfaktor dar. Erläutern Sie als Vorbereitung für den späteren Finanzplan, wie viele Mitarbeiter Sie anstellen werden und mit welcher Vertragsart.

 

3. Gründerporträt

In diesem Kapitel stehen Sie im Fokus. Stellen Sie sich vor und gehen Sie auf Ihre beruflichen Vorkenntnisse ein. Von Vorteil ist umfangreiche Berufserfahrung, die über den Sachkundenachweise der IHK herausgeht. Ebenfalls wichtig sind persönliche Stärken wie Belastbarkeit, Organisationstalent und Verhandlungsgeschick. Erwähnen Sie auch Ihre Entwicklungspotenziale, um Ihre Eigenmotivation und Lernbereitschaft zu verdeutlichen.

 

4. Markt und Konkurrenz

Auch das Umfeld Ihres Speditions- beziehungsweise Transportunternehmens kann den Erfolg Ihrer Gründung beeinflussen. Daher sollten auch diese Themenpunkte in Ihrem Businessplan Erwähnung finden.

 

Markt

 Wie steht es um die Transportbranche und welche Trends und Entwicklungen zeichnen sich ab? Ihre Kenntnisse bringen Sie im Rahmen einer Marktanalyse zum Ausdruck. Nehmen Sie hierbei stets Bezug auf das Marktsegment, das Sie mit Ihrer Dienstleistung besetzen möchten.

 

Konkurrenz

Die Transportbranche ist hart umkämpft. Ein Blick auf das Angebot, die Preise und die Marketingtaktik Ihrer größten Konkurrenten hilft Ihnen, Ihre eigene Strategie zu verfeinern. Nur wenn Sie Ihre Mitbewerber kennen, können Sie Ihre Dienstleistung als Anbieter entsprechend anpassen.

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5. Marketingstrategie

Dieses Kapitel des Businessplans für Ihre Spedition ist dem Marketing gewidmet. Definieren Sie, über welche Kanäle Sie zu potenziellen Kunden durchdringen möchten. Welche Marketingmittel zur Kundenansprache geeignet sind, hängt von Ihrer Zielgruppe ab. Neben einer eigenen Webseite können Anzeigen in den sozialen Netzwerken, Branchenportalen oder Google und Co. sinnvoll sein. Auch eine Vorstellung vor Ort kann als Marketingmethode dienen, wenn Sie regionale Gewerbekunden schnell und effizient erreichen möchten.

 

6. Finanzplan

Inwiefern Ihr Konzept wirtschaftlich machbar ist, zeigt das letzte Kapitel Ihres Businessplans – der Finanzplan. Er gilt als Herzstück eines jeden Geschäftsplans, denn ihm gilt das Hauptaugenmerk externer Kapitalgeber. Doch auch Ihnen als Gründer bietet er wichtige Erkenntnisse über den finanziellen Verlauf Ihrer Gründung in den ersten Jahren.

Auf Basis aller einmaligen und laufenden Kosten sowie der voraussichtlichen Einnahmen berechnen Sie betriebswirtschaftliche Kennzahlen. Dies umfasst unter anderem den Deckungsbeitrag, die Gewinnschwelle, die Liquidität und die Rentabilität. Werden Sie von Ihrem Speditions- beziehungsweise Transportunternehmen leben können? Wie schnell werden Sie in der Lage sein, Kredite und Darlehen zurückzuzahlen? Auf diese Fragen gibt ein vollständiger Finanzplan eine plausible Antwort.

 

Tipps für die Businessplanerstellung einer Spedition – die formellen Vorgaben

Um die Adressaten in der Bank, in der Agentur für Arbeit oder in Förderinstituten mithilfe Ihres Geschäftsplans von Ihrem Konzept zu überzeugen, sollte dieser auch formell den Vorgaben entsprechen. Bei einem Businessplan zur Beantragung des KfW-Gründerkredits oder des Gründungszuschusses der Agentur für Arbeit nimmt dies häufig Einfluss auf die Entscheidung des Sachbearbeiters. Grund genug, den Plan vor der Abgabe auf die folgenden Punkte zu überprüfen.

 

Die richtige Form des Businessplans für eine Existenzgründung:

  • Seitenanzahl von maximal 20 bis 25 Seiten.
  • Planungshorizont von drei bis fünf Jahren.
  • Frei von Rechtschreib- und Grammatikfehlern.
  • Sachlicher Schreibstil, auch bei der persönlichen Vorstellung.
  • Keine Wiederholungen oder Widersprüche im Textteil.
  • Mathematisch korrekte Berechnungen der Kennzahlen im Finanzplan.
  • Leicht verständlich geschrieben – branchenspezifische Fachbegriffe sollten kurz erläutert werden.

 

Legen Sie dem Hauptteil ein offizielles Deckblatt, eine Gliederung und die im Businessplan erwähnten Nachweise als Anhang bei. Dies unterstreicht die Seriosität des Dokuments, was für einen positiven ersten Eindruck wichtig ist.

 

Mit der eigenen Spedition selbständig machen – so gelingt’s

Ein Businessplan für Ihre Spedition mindert Ihr finanzielles Risiko als Gründer. Sie erfahren schon vor der eigentlichen Gründung, ob Ihr Konzept wirtschaftlich machbar ist. Als aussagekräftiges Finanzdokument mit umfangreichem Zahlenwerk erleichtert Ihnen der Geschäftsplan den Zugang zu Gründerkrediten, Zuschüssen und Darlehen. Für Erstgründer kann es sinnvoll sein, professionelle Hilfe bei der Businessplanerstellung in Anspruch zu nehmen. In den ersten Jahren nach der Gründung dient Ihnen das Dokument als Leitfaden, um Ihr Speditionsunternehmen auf Erfolgskurs zu halten.

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