Businessplan für Unternehmensübernahme – Hintergründe und Tipps

Wer den Schritt in die Selbständigkeit wagt, für den ist die damit einhergehende Unsicherheit oft die größte Hürde. Wird das Unternehmen langfristig erfolgreich sein? Nach welchem Zeitraum kann ich mit den ersten Gewinnen rechnen? Fragen, die vor allem für erstmalige Gründerinnen und Gründer von zentraler Bedeutung sind. Als Gradmesser für die Erfolgschancen eines Start-ups hat sich die Erstellung eines Businessplans etabliert. Doch auch diese schriftliche Ausarbeitung der Geschäftsidee ist keine Garantie. Aus diesem Grund erfreut sich eine spezielle Einstiegsvariante für angehende Gründerinnen und Gründer zunehmender Beliebtheit: die Unternehmensübernahme.

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Start-up oder Unternehmensübernahme: Was ist vorteilhafter?

In den vergangenen Jahren hat sich in Deutschland eine gute Start-up-Kultur entwickelt, die frischen Geschäftskonzepten offen gegenüber steht. Dennoch ist die Gründung eines neuen Unternehmens mit vielen Herausforderungen verbunden. Hierzu zählt vor allem der enorme Aufwand für die Kundengewinnung, das Marketing und den Aufbau eines Netzwerks an Lieferanten. Je nach Branche kommen hohe Kosten für die Erstausstattung der Betriebsstätte beziehungsweise der Ladenfläche hinzu. Ob sich diese Investitionen auszahlen werden, ist ungewiss.

Um die Machbarkeit des Vorhabens absehen zu können, ist die Erstellung eines Businessplans für ein Start-up unerlässlich. Er gibt einen tiefen Einblick in den zu erwartenden Verlauf der Kosten und Einnahmen vor, während und nach der Gründungsphase. Seine Aussagekraft ist jedoch begrenzt, da er aufgrund der fehlenden Unternehmenshistorie auf Branchendaten und Schätzwerten basiert. In der Praxis kommt es nicht selten vor, dass die späteren Zahlen stark von den Planzahlen abweichen. Ein Unterschied, der ein Start-up schnell ins Schwanken bringen kann.

Aus diesem Grund erscheint die Übernahme eines bestehenden Unternehmens vielen angehenden Selbständigen als attraktiverer Weg. Die wichtigsten Strukturen sind bereits geschaffen, erste Erfolge wurden verzeichnet und müssen lediglich beibehalten beziehungsweise ausgebaut werden.

 

Tatsächlich bringt die Unternehmensübernahme Vorteile mit sich:

  • Treuer Kundenstamm
  • Hoher Bekanntheitsgrad
  • Bestehende Geschäftsbeziehungen zu Lieferanten und Partnern
  • Günstige Einkaufspreise
  • „Alte“, meist vorteilhaftere Vertragskonditionen
  • Eingearbeitetes Personal

 

Trotz dieser Aspekte verläuft die Übernahme eines etablierten Unternehmens nicht immer reibungslos. Es erfordert Feingefühl und Verhandlungsgeschick, damit die geplanten Veränderungen nach dem Inhaberwechsel von den Kunden und dem Personal angenommen werden. Sofern dies gelingt, ist der Kauf eines bestehenden Unternehmens jedoch ein sinnvoller Weg in die Selbständigkeit.

 

So schreiben Sie einen Businessplan für die Unternehmensübernahme

Falls Sie zum ersten Mal gründen, sollten Sie sich zunächst eingehend mit der Thematik des Geschäftsplans auseinandersetzen. Ziel der Ausarbeitung ist, Ihr Vorhaben aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und einen Überblick über dessen Eckdaten zu erhalten. Bei der Übernahme eines bestehenden Geschäfts spielen die Zahlen und Daten des alten Unternehmens eine wichtige Rolle. Ausgangspunkt sind die Bilanzen und GuV-Aufstellungen der vergangenen Jahre. Hinzu kommen die Veränderungen, die Sie im Rahmen der Übernahme planen. Der Businessplan sollte somit eine wichtige Frage beantworten: Wie steht es um das Unternehmen und wo soll die Reise hingehen?

 

Als Orientierung dient Ihnen die Gliederung klassischer Businesspläne:

  1. Das Unternehmen im Überblick
  2. Die Kunden und der Markt
  3. Die Ziele und Strategien
  4. Sie als Gründerperson
  5. Der Finanzplan

 

Ein Unternehmen zu übernehmen geht mit hohen Kosten einher. Je erfolgreicher es bisher war, desto höher liegt der Kaufpreis. Viele Gründerinnen und Gründern sind auf Fremdkapital und Fördergelder angewiesen. Der finale Teil des Businessplans – der Finanzplan – ist für die Beantragung der Gelder essenziell. Er bildet das Herzstück des Dokuments – erstellen Sie ihn daher mit äußerster Sorgfalt.

 

Zentrale Fragen, die Ihr Businessplan beantworten sollte

Zur Ausarbeitung Ihres Geschäftsplans gehen Sie auf jeden Themenblock detailliert ein. Beschreiben Sie zunächst die aktuellen Gegebenheiten und führen Sie anschließend aus, ob Sie den Zustand verändern oder beibehalten möchten. Nennen Sie Gründe für Ihre Entscheidung. Die folgenden Punkte sind Beispiele, bei denen es sich nicht um eine abschließende Liste handelt. Sie helfen Ihnen bei der Ausarbeitung Ihres Businessplans für die Unternehmensübernahme.

 

Das Unternehmen

  1. Wie ist das Unternehmen ausgerichtet?
  2. Was wird wie, wo und an wen verkauft?

 

Erläutern Sie, welche Geschäftsidee dem bestehenden Unternehmen zugrunde liegt. Führen Sie aus, ob Sie den bisherigen Schwerpunkt bewahren oder anders ausrichten möchten. Gehen Sie auf Ihre Beweggründe ein. Ziel in diesem Abschnitt ist, den Adressaten einen ersten Überblick über das Unternehmen zu geben.

 

Die Kunden

  1. Wie kaufkräftig sind die bestehenden Kunden?
  2. Wer zählt zur Zielgruppe?

 

Ein großer Kundenstamm ist nicht immer eine Garantie auf hohe Umsätze. Bei einem Inhaberwechsel mit entsprechenden Veränderungen ist es keine Seltenheit, dass Stammkunden abspringen. Beschreiben Sie, wie Sie dies verhindern können und mit welchen Maßnahmen Sie neue Kundengruppen erobern möchten.

 

Der Markt

  1. Welchen Marktanteil besitzt das Unternehmen?
  2. Wer sind die größten Konkurrenten?

 

Wenn Sie ein bestehendes Unternehmen übernehmen, entgeht dies auch den Mitbewerbern nicht. Die Übergangsphase ist eine turbulente Zeit, sodass konkurrierende Unternehmen ihre Wettbewerbsstrategie in dieser Phase verstärken. Beschreiben Sie, wie Sie sich dennoch mit Ihrem Unternehmen behaupten können. Erörtern Sie auch, ob und – wenn ja – welche zusätzlichen Marktsegmente Sie erobern möchten.

 

Die Gründerperson

  1. Welche Erfahrung bringen Sie mit?
  2. Wie können Sie das bestehende Personal für sich gewinnen?

 

Vor allem in langjährigen Betrieben mit einer herzlichen Unternehmenskultur führt ein Inhaberwechsel oft zu Unmut. Neben Fachkenntnissen und Erfahrungen in der Branche des Unternehmens sollten Sie daher auch die erforderlichen Soft-Skills mitbringen. Beschreiben Sie, wie Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Ihr Vorhaben begeistern werden.

 

Die Finanzen

  1. Wie hoch sind die Kosten und Einnahmen?
  2. Welche Investitionen sind notwendig?

 

Aus diesen Fragen leitet sich der Kapitalbedarf Ihres Unternehmens ab. Betrachten Sie die bisherigen Bilanzen kritisch und berücksichtigen Sie die Wahlrechte, mit denen die Zahlen möglicherweise beschönigt wurden. Wichtig: Vorteilhafte Vertragskonditionen und Einkaufspreise bedeuten nicht, dass Sie als Nachfolger von ihnen profitieren können. In manchen Fällen ziehen die Geschäftspartner eine erneute Verhandlung vor.

Erläutern Sie in einem weiteren Schritt, welche Investitionen (z. B. für Reparaturen oder Neuanschaffungen von Maschinen und Arbeitsgeräten) Sie planen und wie viel Fremdkapital Sie dafür benötigen.